«Via Regia – Weg der Könige» - ist der älteste und der längste Landhandelsweg in der Welt, der bereits zu Zeiten der Antike gebildet wurde und durch die Gegend lief, wo sich das «Schloss Radomysl» befindet.

Vor über 2000 Jahre haben alte Römer in Gallien und Deutschland das Militärstraßennetz gebaut. Sie verbinden auch bis auf den heutigen Tag die Großstädte Westeuropas. Römische Wege hat das Fränkische Königreich, und später das Fränkische Reich geerbt.

In den VII.-IX. Jahrhunderten, verbreiteten die Franken, und seit dem Х. Jahrhundert – das Heilige Römische Reich ihre kaufmännischen und militärischen Interessen nach Osten, und bereits vorhandene Wege haben sich bis slawische Länder und bis Kyiv verlängert. Zur Wegbereiterin wurde die Fürstin Olha, die im Jahre 959 die Botschaft zum deutschen Imperator Otto I. gesendet hat, und später im Jahre 973 sind nach Quedlinburg zur Reichstagung die Botschafter des Kiewer Fürsten Jaropolk gefahren.

Im Westen erfolgte die Verlängerung des Weges zur Seite Spaniens. Dort hat sich der «Königlicher Weg» bis zu seinem westlichen Endpunkt – der Stadt Santiago de Compostela ausgestreckt. Diese Stadt, wo der heilige Apostel Jakobus begraben ist, wurde zum Objekt der religiösen Pilgerfahrt des ganzen katholischen Europas. Das Zeichen des Heiligen Jakobus – die Kammmuschel mit bekreuzigten Stäben – ist jetzt das offizielle Symbol von «Via Regia».

Die erste schriftliche Erwähnung über den Handelsweg Via Regia ist mit dem Jahr 1252 datiert. Sie ist in der Urkunde vom Meißener Markgraf Heinrich ІІІ. dem Erlauchten enthalten. Generell erfolgte die Bildung des Weges Via Regia in der Variante, die der modernen Variante angenähert ist, seit Ende des Х. Jahrhunderts bis zur ersten Hälfte des ХV. Jahrhunderts. Der neue Korridor der Verbreitung der Ideen, Kenntnisse, Gesetze und Normen, die eine bedeutende zivilisatorische Rolle spielten, hat sich gebildet. Bereits im ХІІІ. Jahrhundert hat sich eine beständige Route 4500 Kilometer lang gebildet, die acht europäische Länder vom Westen nach Osten – Spanien, Frankreich, Belgien, Deutschland, Polen, Litauen, Weißrussland durchkreuzte und ging in der Ukraine zu Ende.

Auf unseren Böden lief sie durch Mykhorod, Zhytomyr, Riwne, Luzk, Wolodymyr-Wolynskyj. Die angegebenen Städte, wie archäologische Ausgrabungen zeigen, bereicherten sich in erheblichem Maße auf Rechnung des Außenhandels mit den Ländern des mittelalterlichen Europas. Auf dem «Weg der Könige» aus Europa nach Kyiv und in entgegengesetzter Richtung gingen im Mittelalter Kaufleute, Künstler, Studenten, Wanderer und Pilger. Und gerade dieser Weg wurde zur Hauptbrücke, die die ukrainische und europäische Zivilisationen zusammen verbunden hat.

Die Kriege und Revolutionen der XVIII.-XIX. Jahrhunderte haben zum Niedergang des Handels geführt und Via Regia hat an ihrer bisherigen Bedeutung verlieren. So dauerte bis zur Erfindung der Fahrzeuge, als man in Frankreich, Belgien, Deutschland an der Stelle der altertümlichen Straßen die Chausseen anzulegen begann – und dieser Weg wurde wieder aktuell. Der zweite Weltkrieg hat diese Arbeiten unterbrochen, und die Nachkriegsspaltung der Welt hat dazu geführt, dass sich die jahrtausendelang herausgebildeten Kommunikationen in den Ländern erwiesen haben, die zu verschiedenen politischen Lagern gehörten. Über Via Regia begann man zu vergessen.

Einen neuen Anstoß gaben Via Regia das Scheitern der kommunistischen Diktaturen im Jahre 1989 und die Liberalisierung der internationalen Kontakte und des Handels. In diesem Zusammenhang ist die Rolle der Transportkorridore, insbesondere des Europäischen Transportkorridors С ІІІ, der heutzutage fast vollständig den Weg Via Regia wiederholt, aufgewachsen.

Im Jahre 2006 hat der Europarat beschlossen, den alten Weg Via Regia zum Symbol der europäischen Einheit durch kulturelle, touristische und wirtschaftliche Entwicklung zu machen. Das großangelegte europäische Projekt «Via Regia – ein großer kultureller Weg des Europarates», und in seinem Rahmen – «Via Regia Ukraine – ein kultureller Weg des Europarates» geschaffen. Das Projekt sieht das Studium des historischen und kulturellen Erbes der Städte, die auf jahrhundertelangen Handelswegen, oder in der Nähe davon liegen, vor. Das ermöglicht, wirtschaftliche und geisteswissenschaftliche Verbindungen dazwischen zu stärken und wiederherzustellen, ihre Attraktivität für Touristen zu erhöhen, internationale Investitionen in die regionale Wirtschaft heranzuziehen.

Zum ersten Objekt in der Ukraine, das das Diplom des Projektes erworben hat, wurde das «Schloss Radomysl», als eine der Perlen der ukrainischen Eigentümlichkeit auf dem altertümlichen Weg nach Europa.