Die Geschichte der Gründung des größten Museums für Ikonen und für weltweite einmalige Ausstellung der ukrainischen Hausikonen «Seele der Ukraine» in Osteuropa begann in der Mitte der 1990 Jahre. Dann kaufte Olha Bohomolez auf dem Trödelmarkt ihre erste Ikone. Das war die verstümmelte Gestalt von Jesus Christus, die im Schmutz unter dem alten Kram auf dem «Heumarkt» lag, und der Ankauf dieser ersten Ikone war der Ruf ihrer Seele. Eine Ikone gerettet, begann Olha Bohomolez andere, für keinen Menschen nützliche Gestalten der XVII.-XX. Jahrhunderte aufzusuchen und zu sammeln. Das waren Ikonen, die darauf die Wärme der Menschenseelen und Hände erhalten. Sie waren einmal für unsere Voreltern heilig und standen in ihren Häusern auf dem Ehrenplatz. Zum nächsten Ankauf wurde die rauchschwarze Ikone des heiligen Ustymian – diese Gestalt wurde zu Hause gestellt, damit sie den Kindern den Sinn gibt. Und hier ist eine riesengroße, bisher unbekannte Schicht der ukrainischen Geschichte und Weltanschauung ans Tageslicht gekommen. Es stellte sich heraus, dass die Hausikonen eine umfassende Bedeutung im geistigen Leben der ukrainischen Familien hatten. Sie waren ihr geistlicher Kern, Mittelpunkt. Jede Ikone, jeder Heilige diente für irgendwelches konkrete Ziel, sie waren Amulette aller ukrainischen Familien.

Der Ankauf jeder Ikone war die Rettung der Erinnerung, der Seelen jener unberührten Ukrainer, die einmal lebten, liebten und diese Ikonen anbeteten. Die Sammlung vervollständigte sich ständig. Allmählich zeichnete sich in diesen Ikonen die ganze Geographie der Ukraine, die Besonderheiten der Glaubensvorstellungen und Hoffnungen unserer Landsleute aus allen ihren Eckchen ab. In Abhängigkeit von der Region, haben die Ikonen ihre Besonderheiten, den Abdruck der oder jener ukrainischen ethnischen Untergemeinschaft. In der Sammlung sind vielmeterlange Hausikonostase und winzige Reisegestalten, Kosakarchen und Huzule-Stickereien gesammelt. Es gibt Ikonen, die auf dem Leinen, auf dem Glas gemalt sind, aus Metall gegossen sind, aus Holz geschnitten sind. Und jede diese Gestalt strahlt durch die Jahrhunderte eine grenzenlose Liebe zur Ukraine und zu ihren Leuten, die Wärme und Geduld, die Barmherzigkeit und den Glauben an die Kraft des ukrainischen Volkes aus.

Im Schloss befinden sich einzigartige Ausstellungsstücke, die es nie gibt. Sie alle wurden wie durch ein Wunder zu den Zeiten des kämpferischen Atheismus von der Vernichtung gerettet, und jede diese Ikone widerspiegelt die Innenwelt der ukrainischen Familie. Viele Ikonen sind durch schwere Zeiten des kämpferischen Atheismus geprägt. Sie sind durch Säbel der Rotarmisten verstümmelt, durch die Kugeln durchgeschossen, sie wurden für Bretter für den Fußboden geschnitten und daraus wurden Fensterladen, Bruststücke und Kästen gemacht...

Die einzigartige und die älteste Sehenswürdigkeit des Museums ist die Steinikone des heiligen Nikolaus des Wundertäters des XII. Jahrhunderts. Die Gestalt bewahrt bis jetzt darauf die Abdrücke und Energetik von Tausenden Menschenhänden und ist sogar im Winter nicht kalt.

Als die Sammlung von Olha Bohomolez 5000 Ausstellungsstücke erreicht hat, begann sie, den Platz für das Museum zu suchen. Im Jahre 2007 hat sie in der Stadt Radomyschl die Reste der alten Mühle angekauft. Es stellte sich mit der Zeit heraus, dass an ihrer Stelle, im Kreis, der auch heute die «Papierfabrik» heißt, vor 400 Jahre die erste Papierfabrik in der Mittelukraine stand, die vom Archimandriten des Kiewer Höhlenklosters Yelysei Pletenetskyi gegründet wurde. Die Restaurationsarbeiten dauerten unter Einhaltung der altertümlichen Bautechnologien 1555 Tage, das heißt über 4 Jahre, und heute ist endlich die einzigartige Sammlung der Ikonen zum «Schloss Radomysl» transportiert.

Jetzt hat jeder eine Möglichkeit, in diesen einzigartigen geistigen Mittelpunkt, zum Platz, wo die jahrhundertealte Seele der Ukrainer konzentriert ist, zu geraten und die «Seele der Ukraine» – das weltweit einmalige Museum für ukrainische Hausikone zu sehen.