Die Geschichte der Stadt Radomyschl, die zu Zeiten der Kiewer Rus Mykhorod, oder Mychesk hieß, ist in Geheimnisse und Sagen gehüllt. Ihre Benennung hat die Stadt vom Fluss Mika erhalten, auf dessen Ufer sie angelegt wurde. Weiter mündet Mika in Teteriw ein und dadurch verbindet sich mit Dnepr. Die Gelehrten nehmen an, dass sich ebenda das Lager derFürstin Olha befand, die an der Spitze ihresGefolges aufständische Drewlanen bestrafen ging.

Die Böden von Radomyschl hatten eine strategische Bedeutung, weil sie sich auf dem altertümlichen Handelsweg Via Regia («Weg der Könige») befanden, der Kyiv und Westeuropa verband. Deshalb wurden für Mykhorod und daran anliegende Böden unendliche Kriege zwischen russischen Fürsten geführt. In der Mitte des XII. Jahrhunderts ereigneten sich erbitterte Auseinandersetzungen für die Stadt zwischen dem Kiewer Fürst Isjaslaw Mstislawitsch und dem Fürst von Halitsch Volodymyr Volodarovych. Schließlich, gehörte Mychesk zum Bestand des Fürstentums Halitsch-Wolhynien.

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Die ruhmvolle Geschichte dieses Landes ist mit der Konfrontation der Slawen und der mongolisch-tatarischen Horden verbunden. Zuerst circa 1240-1241 war die Stadt von den Mongolen erobert und zerstört, aber bereits 1255 hat der König Daniel von Halytsch-Wolodymyr Mykhorod zurückgewonnen, was zum ersten ernsten Sieg der Rus über die Nachkommen von Dschingis Khan wurde. Man kann mit Sicherheit behaupten, dass Mykhorod unter den ersten Städten der Rus war, die von den asiatischen Eroberern befreit wurden. Nachher haben diese Länder zum Bestand des Großfürstentums Litauen gehört, und später sind unter die Vormundschaft vom Kiewer Höhlenkloster übergegangen. Auf den Resten von Mykhorod wurde eine neue Stadt – Radomysl‘ oder Radomysl angelegt.

Nach der Kirchenunion von Brest 1596 waren Radomyschl und der Gemeindebezirk im Laufe von einigen Jahrzehnten die Konfliktzone (darunter der bewaffneten Konflikte) zwischen ihren Befürwortern und Gegnern. Die kirchlichen Böden des Kiewer Höhlenklosters übergangen von Hand zu Hand von den Orthodoxen zu den griechischen Katholiken und umgekehrt. Der Festigung der Positionen vom Höhlenkloster in dieser Gegend förderte, dass im Jahre 1612 auf Anordnung vom des Archimandriten Yelysei Pletenetskyi in Radomyschl die Papiermühle (Papierunternehmen) für Druckbedürfnisse des Kiewer Höhlenklosters gebaut wurde. Seit dieser Zeit wurden die Böden von Radomyschl und die Papiermühle, als unangreifbarer Befestigungsbau, zum eigentümlichen Vorposten der Rechtgläubigkeit in der Ukraine. Es ist wahrscheinlich, dass sich dort sogar der Landsitz des Metropoliten Petro Mohyla befand, er hat doch über acht Dutzende Briefe eben von Radomyschl geschrieben.

Der Niedergang der Stadt erfolgte in den 50.-80. Jahren des XVII. Jahrhunderts während der Ruine – des internen Machtkampfes der Kosak- und Schlachta-Spitzenschicht. Radomyschl hat sich geleert, die Papiermühle wurde zerstört. Nach den Bedingungen des Vertrags von Andrussowo 1667, verblieb die Stadt für Rzeczpospolita, und im Jahre 1682 wurde sie mit umgebenden Böden dem unierten Episkopat von Lwiw übergeben. Jedoch nach einigen Jahren wurde die Stadt wieder zu einem der Zentren der Kosak-Bewegung – sie wurde von den Truppen des Obersten Palii genommen, der im Jahre 1699 den Aufstand gegen die Versuche des polnischen Landtags, das Kosakentum aufzuheben, erregt hat. Und seit der Mitte des XVIII Jahrhunderts geriet Radomyschl im Zentrum der Bewegung der Hajdamaken.

Von 1729 bis 1795 war Radomyschl ein der Zentren der griechisch-katholischen Kirche. Hier befand sich die ständige Residenz der Kiewer griechisch-katholischen Metropoliten, die von Afanasii Scheptyzkyj (1686-1746) – dem echten Vorgänger des berühmten Metropoliten Andrej Scheptyzkyj (1865-1944), des hervorragenden ukrainischen religiösen Funktionärs und der Persönlichkeit des öffentlichen Lebens der Zeiten des sowjetisch-deutschen Krieges angelegt wurde. Nach der dritten Teilung der Rzeczpospolita, im Jahre 1795, ging Radomyschl zum Russischen Reich zurück. Die Stadt erhielt ihr Wappen und begann, sich wirtschaftlich zu entwickeln – die Bierbrauerei erschien, die Kanonen begannen abzugießen, die Gebäude des Stadtrates, des Gerichtes, der Polizei wurden errichtet, die Feuerlöschmannschaft wurde gebildet und das Krankenhaus wurde errichtet, der Bau des Heiligen Nikolaus-Gotteshauses, der bereits bei den Kiewer griechisch-katholischen Metropoliten begonnen wurde, wurde beendet.

Unter 11 200 Einwohner von Radomyschl betragen im Jahre 1897 über ein Drittel die Juden. Sie haben Synagogen, neue Anstalten des Handels und der Dienstleistungen, der Ernährung, sowie Industriebetriebe gebaut. Die erste Schule und das erste Theater in der Stadt haben auch die Juden gebaut. Am Ende des ХІХ. – am Anfang des ХХ. Jahrhunderts erlebt Radomyschl die industrielle Revolution. Die Post und das Telegrafenamt beginnen zu funktionieren, Wege und Brücken, der Wasserturm, die Tuchfabrik, die Bierbrauerei werden gebaut. Im Jahre 1902 wurde an den zerstörten Wänden der Papiermühle des Höhlenklosters die Mühle gebaut, in der das Mehl für die ganze Stadt und den ganzen Landkreis produziert wurde. Insgesamt funktionierten vor den Revolutionsereignissen des Jahres 1917 in Radomyschl etwa zwei Zehner Industriebetriebe. Das Herren- und Mädchengymnasium wurden eröffnet.

Für geistige Bedürfnisse der Stadtbürger existierten zwei orthodoxe Kirchen, eine Synagoge, sechs jüdische Bethäuser. Die Nachkommen der Deutschen, die nach Radomyschl im XVII. Jahrhundert für die Arbeit bei der Papiermühle übersiedelt sind, beteten in der lutherischen Kirche. In der Stadt war auch eine katholische Kirche, die für die Mittel der Fürstin Cecilia Radziwiłł gebaut wurde.

Die Revolution und weitere Kriege haben die gewohnte Lebensordnung der Stadt zerstört. Seit dieser Stadt für lange Jahrhunderte wurde Radomyschl zu einem der Symbole der Tragödie des ukrainischen Volkes – er hat am eigenen Leibe alles erlebt, was in den Jahren der Sowjetmacht erfolgte. Zuerst lief hier ein erbitterter Kampf zwischen den Befürwortern der Ukrainischen Volksrepublik und den Bolschewisten, und im Jahre 1921 hat Radomyschl den ersten künstlichen Hunger erlebt. Er wurde von den Bolschewisten organisiert, die keine Unterstützung unter der einheimischen Bevölkerung hatten. Dann hat die Stadt den Angriff des kämpferischen Atheismus erlebt. Die Trinitatiskirche und die Kirche wurden vernichtet, und die katholische Kirche wurde für das Kulturhaus umgearbeitet. In den Jahren 1932-1933 hat Radomyschl die zweite Hungersnot gedeckt, die Fälle des Kannibalismus wurden festgesetzt.

Überaus dramatisch wurden die Jahre der nazideutschen deutsch-faschistischen Okkupation. Am 8. und am 9. August 1941 wurden in zwei Hohlwegen im Wald um Radomyschl 6500 Juden – Stadtbewohner erschossen. Dabei hat die Gesamtzahl seiner Bevölkerung 9500 Personen betragen. Später wurden die Leichen der Opfer im Gemeinschaftsgrab auf dem städtischen Friedhof umgebettet. Radomyschl wurde für Juden der ganzen Welt zum Symbol der Tragödie vom Holocaust und zur Mahnung allen Völkern an die Gefahr der Wiedererweckung des Nazismus. In der Stadt und im Kreis handelten einige illegale antifaschistische Gruppen – von Kommunisten bis Mitglieder der Organisation Ukrainischer Nationalisten, die, zwar, von den Deutschen schnell in Haft genommen wurden und im November 1941 erschossen wurden. Vom November bis Dezember 1943 wurden zwischen den Truppen der Wehrmacht und den Verbänden der Roten Armee erbitterte Kämpfe für Radomyschl geführt. Die Stadt überging von Hand zu Hand und, endlich, am 26. Dezember 1943 haben die sowjetischen Truppen sie endgültig genommen.

Die dritte Hungersnot hat Radomyschl von 1946 bis 1947 erlebt. Die Stadtbewohner überlebten damit, dass sie für die Produkte in die Westukraine fuhren. Seit Anfang der 60. Jahre und bis zur Auflösung der Sowjetunion ist das Leben in Radomyschl zur Ruhe gekommen. Allmählich wurde die Arbeit aller Industriebetriebe wiederhergestellt, die während der deutschen Okkupation zerstört wurden, neue Industriebetriebe erschienen. Eine neue Brücke wurde gebaut, eine Sportschule wurde eröffnet. Aber in den 1990 Jahren begann in Radomyschl der nächste Niedergang. Der erhebliche Teil der Stadtbewohner sind zu den Verdiensten in die Großstädte und ins Ausland ausgefahren.

Heute wurde zum neuen Anstoß für die Entwicklung der Stadt, die sie mit neuem Leben erfüllen kann, die Gründung an der Stelle der altertümlichen Papiermühle des einzigartigen historisch-kulturellen Komplexes «Schloss Radomysl». Die Erscheinung solches Objektes in Radomyschl gibt eine Chance für die Heranziehung der Touristen aus der Ukraine und aus dem Ausland, die Neuschaffung von Arbeitsplätzen, die Entwicklung der städtischen Infrastruktur und des Bereichs des Handels und der Dienstleistungen. Das «Schloss Radomysl» ist der erste Diplomand des Projektes des Europarates in der Ukraine – «Via Regia – der große kulturelle Weg des Europarates». Es ist auch in Top-100 der besten Hotels unseres Staates eingetragen.

Zur ruhmvollen Vergangenheit zurückkehrend, ersteht Radomyschl auf und stellt die altertümliche Bedeutung vom legendären Mykhorod wieder her.